7. Bayern/Kiefernspanner: Königreich Bayern (bis 1918)
Vom Reichswald zum Schießplatz
Seit dem Mittelalter dient der Reichswald den
Nürnbergern als Baustoff- und Energielieferant.
Für gefällte Laubbäume pflanzt man schnell
wachsende Kiefern. Dies rächt sich. Bei einer
1892 einsetzenden Trockenperiode befällt der
Kiefernspanner weite Teile des Waldes.
Um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu
verhindern und das Holz noch als Material für Eisenbahn-
schwellen verkaufen zu können, wirbt die königliche
Forstverwaltung 4000 Holzknechte an, um die befallenen
Bäume schnell zu fällen. Eine dafür eingerichtete Dampfbahn bringt
das Holz zum Verladebahnhof Dutzendteich.
Das Langwassergelände bleibt als Ödfläche zurück,
die sich aber bald zu einer blühenden Gras- und Heidelandschaft
entwickelt. Von 1900 bis 1918 nutzt sie das bayerische Militär
als Schießplatz zur Ausbildung von Rekruten.